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Über uns

Die Zentrale Abbildende Aufklärung (ZAbbAufkl) ist eine Dienststelle des Organisationsbereichs Cyber- und Informationsraum. Sie liefert Beiträge für die allgemeine Lagebeurteilung, für die Krisenfrüherkennung sowie für die Unterstützung der Einsätze der Bundeswehr mit Erkenntnissen der satellitengestützten abbildenden Aufklärung.

Die Dienststelle wurde am 1. Januar 2013 neu aufgestellt, wobei im Rahmen der Umstrukturierung der Bundeswehr die Abteilung „Abbildende Aufklärung und Objektbearbeitung“ aus dem Kommando Strategische Aufklärung ausgegliedert und in diese Dienststelle integriert wurde. Seit dem 1. Juli 2017 ist sie mit Teil des Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum.

In den vier Analysedezernaten, die weltweit verschiedene Zuständigkeitsgebiete haben, werden Satellitenbilder unterschiedlicher Systeme und Sensorik (Radar, elektrooptisch, Infrarot, multispektral) bearbeitet, ausgewertet und daraus – teils in Korrelation mit anderen Quellen – bedarfsorientierte Produkte erstellt. Als eine Quelle für Bildmaterial dient das Radar-Aufklärungssystem der Bundeswehr SAR-Lupe, welches auch durch die Dienststelle betrieben wird. Des Weiteren gibt es im Rahmen eines bilateralen Abkommens mit Frankreich die Möglichkeit, Satellitenbilder des elektrooptischen Aufklärungssystems Helios II zu nutzen. Zusätzlich werden auch Satellitenbilder von kommerziellen Systemen oder Material anderer Quellen z.B. dem European Satellite Centre mit einbezogen.

Darüber hinaus arbeitet die Zentrale Abbildende Aufklärung bei der ressortübergreifenden Krisenvorsorge zu und unterstützt durch Auswertung von Luftbildmaterial, welches im Rahmen des Vertrages über den Offenen Himmel (Open Skies) erflogen wird.

SAR-Lupe

Eine Darstellung eines Satelliten im All
Das Radar-Aufklärungssystem der Bundeswehr SAR-Lupe. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

SAR-Lupe ist das erste satellitengestützte abbildende Aufklärungssystem der Bundeswehr. Es besteht aus fünf baugleichen Kleinsatelliten und einem Bodensegment.

Durch die Nutzung von Radar-Technologien kann SAR-Lupe rund um die Uhr unabhängig von Wetterbedingungen und Tageslicht arbeiten. Dabei können zeitnah höchstauflösende Radarbilder aus nahezu allen Teilen der Welt geliefert werden.

Im Dezember 2006 wurde der erste Satellit gestartet. Innerhalb der folgenden 16 Monate wurden vier weitere Satelliten in ihre Umlaufbahnen in ca. 500 km Höhe gebracht und erfolgreich in Betrieb genommen. Seit September 2008 ist das Gesamtsystem vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) offiziell abgenommen. Im Dezember 2008 erfolgte die Übergabe des Systems an das Kommando Strategische Aufklärung der Bundeswehr.

Krisenvorsorge

Zur Optimierung der Krisenvorsorge der deutschen Auslandsvertretungen (Botschaften, Generalkonsulate oder Konsulate) und zur Verbesserung präventiver Maßnahmen wurde zwischen dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium der Verteidigung eine Ressortvereinbarung über die Entsendung von Krisenunterstützungsteams (KUT) an deutsche Auslandsvertretungen geschlossen.

Eine Grafik mit drei Weltkugeln und einem Wappen
Erfassen, Verifizieren und Erarbeiten von krisenvorsorgerelevanter Daten. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Ziel der Entsendung von KUT ist stets die Vorbereitung des Schutzes deutscher Staatsangehöriger sowie Schutzbefohlener bei krisenhaften Situationen im Ausland. Dies wird vor allem durch eine entsprechende Beratung der jeweiligen Auslandsvertretung, durch Sammlung relevanter Informationen in krisengefährdeten Regionen, durch Eventualfallplanungen sowie durch konkrete Evakuierungsvorbereitungen in akuten Krisen erreicht.

ZAbbAufkl hat den Auftrag Krisenunterstützungseinsätze der Bundeswehr durch Erfassen, Verifizieren und Erarbeiten von Krisenvorsorge-relevanten Daten zu unterstützen und die Ergebnisse in einem Informationssystem (KVInfoSys) so einzustellen, dass diese als Grundlage im Falle einer Evakuierungsoperation verfügbar sind.
Dazu werden eine Vielzahl unterschiedlicher Objekte identifiziert und mittels entsprechender Bildprodukte wie Stadtübersichten, Detailpläne kritischer Infrastruktur, z.B. Flughäfen und Evakuierungsrouten aufbereitet und zur Vorbereitung und Durchführung möglicher Evakuierungsoperationen bereitgestellt.

Offener Himmel

Vertrag über den Offenen Himmel. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Der am 24. März 1992 von den damaligen NATO- und Warschauer Pakt-Staaten unterzeichnete "Vertrag über den Offenen Himmel" (OH-Vertrag) trat am 1. Januar 2002 als rechtlich bindendes Dokument in Kraft. Das Anwendungsgebiet des Vertrags umfasst die Hoheitsgebiete der aktuell 34 Vertragsstaaten und erstreckt sich von Vancouver bis Wladiwostok.

Jeder Vertragsstaat hat im Rahmen des OH-Vertrags das Recht auf eine jährlich untereinander vereinbarte Anzahl ungehinderter Beobachtungsflüge im Luftraum der anderen Vertragsstaaten. Die Flüge werden stets mit Vertretern der beobachtenden und der beobachteten Staaten durchgeführt.

Die Beobachtung aus der Luft leistet im Rahmen des OH-Vertrags einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung von militärischer Offenheit und Transparenz und trägt so zu Stabilität und kooperativer Sicherheit bei. Der Vertrag soll die Überwachung der Einhaltung von Rüstungskontrollvereinbarungen erleichtern, kann aber auch zur Gewinnung von Lagebildern in internationalen Krisensituationen, zur Konfliktverhütung, zum Krisenmanagement im OSZE-Raum sowie zur Umweltbeobachtung eingesetzt werden.

ZAbbAufkl hat den Auftrag, das dabei erflogene Bildmaterial zu digitalisieren, auszuwerten und die Ergebnisse dem Zentrum für Verifikation der Bundeswehr (ZVBw) zur Verfügung zu stellen.
Dabei kommen Sensoren für Foto-, Radar- und seit 2006 auch Infrarotaufnahmen zum Einsatz. Seit 2014 werden auch digitale Sensoren verwendet, mit denen deutlich bessere Beobachtungsergebnisse erzielt werden können.

Wappen

Ein Wappen
Wappen der Zentrale Abbildende Aufklärung. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Mit der satellitengestützten abbildenden Aufklärung als noch junge Fähigkeit in der Bundeswehr wird durch die Zentrale Abbildende Aufklärung eine Aufgabe wahrgenommen, die bisher in keinem Wappen und keinem taktischen Zeichen dargestellt wurde. Im Rahmen der Überlegungen zur Entwicklung eines Wappens stellte sich heraus, dass die zugrunde zu legenden Vorgaben auf diese neue Fähigkeit nur sehr schwer anwendbar sind und dieser nicht gerecht werden, da der Auftrag der Dienststelle in der Bundeswehr einmalig ist. So wurde eine runde Wappenform gewählt, um die Dimension des Weltraumes und den weltweiten Aufgabenbereich in Form der Weltkugel darzustellen. Die Integration des Satelliten stellt den genutzten Sensor dar. Das Eiserne Kreuz symbolisiert die Zugehörigkeit der Dienststelle zu den Streitkräften und die deutschen Farben als Horizont um die Weltkugel die Bundesrepublik Deutschland als Bedarfsträger für weltweite Informationsversorgung. Die Farbgebung orientiert sich an der Dunkelheit des Weltraumes. Eingefasst wird das Abzeichen durch den Namen der Dienststelle in Schriftform.


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Stand vom: 17.04.18 | Autor: 


http://cir.bundeswehr.de/portal/poc/cir?uri=ci%3Abw.cir.dienststellen.ksa.zabbaufkl.ueberuns