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Griffin Dawn 2019 - Cyber-Reservisten üben multinational

Stroe, 04.11.2019.

Auf Bildschirmen reihen sich Zahlen aneinander. Gleichzeitig blinken Kurvendiagramme auf und Finger fliegen über Tastaturen. An mehreren Rechnern sitzen Soldatinnen und Soldaten in niederländischen und deutschen Uniformen. In Stroe (NL) üben sie gemeinsam die Cyber-Verteidigung. Das Besondere daran, sowohl die niederländischen als auch die deutschen Soldaten sind zivile Cybersecurity-Profis in Uniform – Cyber-Reservisten. Die im Oktober stattfindende Übung war die erste gemeinsame niederländisch-deutsche Cyber-Reserve-Übung.

Personen tippen auf Tastaturen
Gemeinsam im Netzwerk Challenges lösen (Quelle: Bundeswehr/Peter Hallebach)Größere Abbildung anzeigen

Cyber-Angriffe auf Staaten und staatlichen Organisation finden täglich statt. Die Dimension des Cyber- und Informationsraum kennt dabei auch keine staatlichen Grenzen. Gerade deshalb ist es wichtig multinational an einer gemeinsamen Cyber-Verteidigung zu arbeiten. Ebenso wichtig ist, da neben staatlichen Institutionen auch Firmen und Privatpersonen von täglichen Cyber-Angriffen betroffen sind, zivile Expertise in die Cyber-Verteidigung zu bringen. Eine Möglichkeit dieses Fachwissen von Menschen, die sich im zivilen Arbeitsleben mit der Cyberthematik auseinandersetzen und mit den neusten Technologien arbeiten, für die Bundeswehr zu gewinnen, ist die Cyber-Reserve. Ziel dieser ist, die externe Expertise noch besser in der Bundeswehr zu nutzen und unterschiedliche Möglichkeiten anzubieten, sich innerhalb der Bundeswehr auch außerhalb gängiger Wege zu engagieren.

Zivile IT-Profis als Cyber-Reservisten

Auf Seiten der Bundeswehr kämpfte deshalb eine durch das Referat Reservisten im Kommando Cyber- und Informationsraum aufgestelltes 6-köpfiges Team. „Für uns war es das erste Mal, dass wir ein reines Reservistenteam aus Cyber-Abwehr-Spezialisten zusammenstellen mussten“, sagt Stabsfeldwebel Peter Hallebach aus dem Kommando Cyber- und Informationsraum. „Wichtig ist dabei vor allem, die richtigen Personen mit den richtigen Qualifikationen aus unserem Pool der Cyber-Reservisten auszuwählen und für diese Reserveübungen zu gewinnen.“ Eine Herausforderung, da die Qualifikationsanforderungen hoch und die Vorbereitungszeit kurz sind. Trotzdem ist es aber gelungen ein schlagkräftiges Team aus Fachexperten aufzustellen, die gemeinsam an der Seite der Niederlande arbeiten konnten.

Auf in die Niederlande

Ein Bildschirm mit Zahlen
Aufgaben für wirkliche IT-Profis (Quelle: Bundeswehr/Peter Hallebach)Größere Abbildung anzeigen

Nach einem kurzen eintägigen Teambuilding-Event in Bonn traf das deutsche Team dann in Stroe auf ihre Mitstreiter aus den Niederlanden, die CYBERRES. Diese Einheit aus künftig rund 150 Reservisten, wurde durch das zuständige Defense Cyber Command der Niederlande aufgestellt und geführt. Vor Ort ging es dann darum zusammen digitale Herausforderungen zu lösen. Dazu wurden verschiedene,  online Cyber Challenges in ein Gesamtszenario eingebettet. In diesen galt es verschiedene Aufgaben zum Beispiel aus den Bereichen Forensik oder Kryptologie zu lösen. „Die Aufgaben in den jeweiligen Gebieten wurden an die Teams verteilt und an den beiden Übungstagen teilweise teamübergreifend bearbeitet“, erklärt der Teamleiter Oberstleutnant Frank. „Das Ziel der Übung war neben dem Austausch untereinander, die Entwicklung von gemeinsamen standardisierten Prozessen und Vorgehen für weitere gemeinsamen Übungen.“

Positive Erfahrungen

Dabei ist es gelungen einen großen Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Für die Teams war es wichtig, genau diese Prozesse in der Vorbereitung, die Zusammenarbeit und in der Aufstellung zu hinterfragen und zu verbessern. Die Ergebnisse können dann bald auf der nächsten Cyber-Reserve-Übung mit den Niederländern ausprobiert werden. „Wir wollen diese Übung wiederholen und zu einem festen Termin in den Kalender unserer Cyber-Reservisten werden lassen“, sagt Hallebach.

Hoher Besuch

Welchen Stellenwert diese erste gemeinsame Übung zwischen deutschen und niederländischen Cyber-Reservisten hat, wurde auch durch den Besuch des niederländischen Generalinspekteurs, Generalleutnant Van Griensven,  deutlich. „Dies war für die Teilnehmer nochmals ein deutliches Zeichen, wie wichtig und hochgeschätzt ihr Engagement in den niederländischen und deutschen Streitkräften ist“, so Frank.


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Stand vom: 04.11.2019 | Autor: 


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